Sonntag, 20. April 2014

Kimono Dreams














Ihr Lieben, ich wünsche euch frohe Ostern und ein paar Tage Entspannung! Endlich ist der Frühling vollends eingekehrt und ich kann meine Hippie-Kleider wieder in meiner Lieblingskombination tragen, mit Lederjacke und Hut :)
Eine Diskussion mit einer Freundin hat mich für das heutige Thema meines Posts inspiriert: Was ist aus dem Vintage-Trend geworden? Nun, dass Vintage schon seit ein paar Jahren im Trend ist, kann man wohl nicht leugnen. Aber was mittlerweile daraus geworden ist, lässt mich wirklich erschaudern. Es gibt ja diverse Seiten im Internet, auf denen man angeblich handselektierte Vintage-Kleidung kaufen kann. Nun, es mag ja sein, dass das Wort "handselektiert" durchaus subjektiv aufgefasst werden kann, jedoch muss ich als objektiver Betrachter sagen, dass die als handselektiert angepriesene Ware meiner Meinung nach sehr oft nach Altkleidersammlung aussieht. Woran es aber liegt, dass sich dieser Vintage-Ramsch dennoch exorbitant gut verkauft? Dafür haben meine Freundin und ich unsere eigene Theorie entwickelt: Problem Nummer 1 ist, dass der Vintage-Trend momentan boomt und viele Verkäufer daraus Profit schlagen wollen. Das ist ja gut und schön und genauso funktioniert das Prinzip der freien Marktwirtschaft auch - aber dass Teile, die ich auf dem Flohmarkt für 3 Euro bekomme, für das Sechsfache im Internet verkauft werden, finde ich einfach unverschämt. Wenn es wenigstens wirklich tolle Sachen mit "It-Piece"-Charakter wären (wie es meine Freundin so schön formuliert hat), wäre das ja durchaus verständlich. Aber die meisten Teile sind leider meistens billiger 80's Trash, der wirklich höchstens einen Wert von 3 Euro hat, mehr aber auch nicht. Ich möchte jetzt um Gottes Willen Flohmärkte nicht verteufeln, aber jeder von euch, der schon einmal auf dem Flohmarkt war weiß, wie schwer es ist dort tolle Klamotten zu finden. Problem Nummer 2 ist, dass sich die Menschen leider viel zu sehr von Trends leiten lassen und wenig individuell gekleidet sind. Da erscheint es doch geradezu perfekt, wenn man "Vintage-Mode" auf dem Tablett serviert bekommt, einfach nur den Warenkorb füllen muss und dann richtig im Trend liegt. Ist doch Vintage! Oder? Problem Nummer 3 ist, dass gerade die Deutschen sehr geizig sind und möglichst viel für möglichst wenig Geld bekommen wollen. Das gilt für Lebensmittel genauso wie für Kleidung. Da ist es natürlich verständlich, dass man lieber einen Vintage-Pullover mit Ramschcharakter für 20 Euro kauft, als ein tolles und seltenes Kleid aus den 60ern, das dann eben 60 Euro kostet. Denn Vintage ist ja Vintage und damit Trend (wo wir wieder bei Problem Nr. 2 wären).
Meine persönliche Meinung ist, dass richtig tolle Vintage-Teile leider sehr rar sind und man wirklich danach suchen muss; Dass die Verkäufer dann die Preise dementsprechend anziehen, versteht sich daher von selbst (natürlich gibt es aber auch auf dem Gebiet extrem überteuerte Teile, davon mal abgesehen). Wenn ich aber ein wirklich einzigartiges Teil will, muss ich eben etwas tiefer in die Tasche greifen. Dann kann ich zwar nicht so viel kaufen, weiß aber, dass das Teil nicht jeder hat. Aber solange sich an der Denkweise der Menschen nichts ändert, wird das momentane System der Angebots -und Nachfrage-Konstellation noch einige Zeit funktionieren - zumindest solange, bis der Vintage-Trend wieder vorbei ist ;)

Happy Easter everyone! Have a wonderful day :)
A discussion with a friend of mine inspired me for today's blogpost: What became of the vintage-trend? Well, it is not a secret that vintage has developed to a huge trend during the last years. But it is horrible what became of that trend. As you all know, there are sites on the web, where people can buy vintage clothes. But mostly those things look like they come straight out of the recycling bank. But what is the reason for that they are sold very well though? My friend and I developed the following solution: Problem number one is that vintage is a trend and so sellers want to make money with that trend, which is understandable; But that they sell clothes sixfold, that you get for 3 Euro on the flea market, is really brazen. Problem number 2 is that people sadly are controlled by trends. So it is of course easier choosing their "vintage-clothes" on the web and being a trendsetter at the same time, because it's vintage, isn't it? Problem number 3 is that especially Germans are very avaricious and don't want to spend much money for clothes. So it is easier to buy trashy "vintage"-jumpers for 20 Euro instead of a beautiful and unique vintage-dress for 60 Euro.
My personal opinion is that if you want to get a unique vintage-piece, you have to pay more money for it. But as long as people don't change their attitude, the system of supply and demand -as we have it now- will continue; At least until the vintage-trend will be over :)

Kommentare:

  1. Love how you edged up the dress with the leather jacket! x

    blancheneve.blogspot.com

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  2. diese Kombination ist perfekt :)

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  3. Das Vintage nicht gleich Vintage ist, sieht man besonders deutlich auf Kleiderkreisel. Fürchterlich finde ich auch das Neuware als Vintage betitelt und verkauft wird.

    Problem Nummer Eins: Ich versteh was du meinst. Jedoch liegt "It-Piece" immer im Auge des Betrachters. Was auch erklärt, weshalb Neuware sich als Vintage verkaufen lässt. :)

    Problem Nummer Zwei: Ich glaube viele möchte gar nicht individuell gekleidet sein. Zu auffällig. Außerdem wären wir alle kunterbunt und individuell wäre das auch nichts. ;)

    Problem Nummer Drei: Ja wir deutschen sind geizig. Das ist für mich das schlimmste Problem. Egal ob es um Mode, Kosmetik oder Lebensmittel geht. Für Machenschaften hinter den niedrigen Preisen interessiert sich niemand. Mir persönlich ist es jedoch lieber, jemand kauft sich überteuertes und ramschiges echtes Vintage also zu H&M und Co zu rennen.

    "richtig tolle Vintage-Teile" ist das am Ende nicht eine Frage des Geschmacks? :)

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    1. Liebe Ilona,

      ich verstehe ganz genau, was du meinst! Natürlich sind "richtig tolle Vintage Teile" eine Frage des Geschmacks :) Meine Idee hinter dem Post war u.a., dass ich es unverschämt finde, dass zum Beispiel auf DaWanda -meiner Meinung nach- wirklich hässliche 80er Trash Pullis für 20€ verkauft werden, die man auf dem Flohmarkt für 3€ bekommt. Ich finde, dass man stattdessen lieber in wirklich hübsche Vintage-Teile inverstieren sollte :) Aber wie du schon festgestellt hast, natürlich ist das alles eine Frage des Geschmacks :)
      Was du bezüglich H&M und Co. angesprochen hast, befürworte ich auch! Für mich ist dieses Problem wohl nicht so aktuell, weil ich seit Jahren fast ausschließlich Vintage kaufe. Aber natürlich ist es immer besser in Vintage zu investieren (egal ob It Piece oder Ramsch), als nur zu H&M und Zara zu rennen!

      Bisous :*

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